Fasching ist sein Leben

Kärntner Fasching - Die Faschingszeitung auf Postkarten

Die Faschingszeitung auf Postkarten

Der Kärntner Fasching
Unser Fasching ist das Ventil der Volkes-Seele

Landauf, landab bemühen sich tausende Ehrenamtliche um den Kärntner Fasching. Das beginnt mit dem Faschingswecken am 11.11. und startet dann nach den Heiligen-Drei-Königen mit Faschingssitzungen, Ballveranstaltungen, Maskenbällen und Gschnasfesten.

Die Vorbereitungen laufen viel früher. Ein Wirtschaftsfaktor, der mittlerweile auch beachtet wird. Hauptprofiteur ist der Handel. Kleidergeschäfte, Schuhe, Friseure, Tourismus, Gastro- und Hotelerie, Saalvermieter, Bäcker wie Lebensmittel- und Getränkehersteller, Zulieferer und Verkäufer, Designer, Gestalter, Dekorateure, Musiker, Künstler, Tänzer, Clowns und zu guter Letzt auch das Taxigewerbe und Ordnerdienste.

Und zum Faschings-Höhepunkt spitzen sich auch der Kauf von Verkleidungen und Faschings- Accessoires wie Lampions, Faschingsschlangen, Konfettis, Schminke zu. Obendrein gibt es auch Arbeit für Journalisten, Fotografen und Pressesprecher von Politikern und Veranstaltern. Und sicher habe ich noch einige ausgelassen wie Beleuchter, Tontechniker, Werbebranche, Kulissen, Tischler, Stoffe, etc. sie alle partizipieren mit.

Allein in Kärnten hat Landespräsident Bruno Arendt unter seiner Regentschaft in nur 6 Jahren  die Faschingsgilden verdoppelt und sie auf 54 Faschingsgilden Zusammengefasst von denen meist alljährlich Faschingssitzungen abgehalten werden. Nachdem sowohl bei den Villachern und Klagenfurtern auf Bühne und hinter den Kulissen zwischen 200 und 250 Helfer und Akteure mitwirken, kann man kärntenweit von mindestens 3.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Funktinärinnen ausgehen, die hier mitwirken und die Wirtschaft gewaltig ankurbeln und beleben, immerhin sind die Faschingsgilden meistens auch Durchführer von Faschingsumzügen.

Der Fasching hilft der Volksgesundheit in unterschiedlicher Hinsicht. Auch psychisch, weil Lachen kann heilen. Und ganz wichtig ist der Narr, der der Gesellschaft und der Politik den Spiegel vorhält.

Im Volksmund wird der Fasching als die 5. Jahreszeit bezeichnet und ich sage, der Fasching ist die 5. Gewalt.
Legislative, Exekutive, Judikative, Mediative und Narrative.

Und warum der 11.11. ?

Ganz klar, weil 1 und 1 gleich sind. Das ist gewachsen. Da konnte sich das Bürgertum verkleiden, in eine andere Rolle schlüpfen und der Obrigkeit straffrei die Wahrheit zum Besten geben und somit den Spiegel vorhalten.

11 schreibt man buchstabiert „ELF“. Das sind die Anfangsbuchstaben der Mutter aller Revolutionen: Egalite, Liberte und Fraternite. Also stand der Fasching immer eng mit dem Volk in Verbindung. Und Fasching ist kein Kabarett. Fasching ist Satire, Parodie, Humor, Spott, Mahnung und Prangerreden.

Der Fasching in Kärnten hat sich seit dem Mittelalter entwickelt. Faschingskrapfen gehörten schon damals dazu. Faschingszeitungen kamen wissentlich erst viel später. Die berühmte „Ratsch Thresel“ benannt nach einer Klagenfurter Marktstandlerin, war ein Vorläufer der heutigen Faschingszeitung von Reinhard Eberhart.  www.faschingszeitung.org.

Auch die hat einen großen Wandel vollzogen. Zu Anfang 1984 noch im Format der Berliner Zeitung im Rotationsverfahren und in Schwarzweiß. Von Anbeginn war die Faschingszeitung im Verschleiß die Zeitung mit den größten Verkaufserfolgen. Später erschien die Faschingszeitung im Magazinformat ähnlich wie das News.

1988 führte die Faschingszeitung in Velden das größte Faschingswecken aller Zeiten ein. Für Kärntner Verhältnisse unglaublich. Es kamen am 11.11. um die 5.000 Besucher nach Velden, wo 11.111 Faschingskrapfen, die damals der Villacher Bäckermeister Franz Pacher spendete, verteilt worden sind. 44.444,44 Schilling an Spenden kamen herein und damit konnte für einen verunfallten Veldener ein Rollstuhl angekauft werden.

Wochenlang wurden in den Kärntner Medien wie Volkszeitung, Kärntner Tageszeitung, Kärntner Krone, Kärntner Blick das Rätsel beworben, wer wohl das Kärntner Prinzenpaar sein wird. Und weil es ausdrücklich Prinzenpaar hieß, waren damals der junge Helmut Manzenreiter als Villacher Bürgermeister und der schon etwas ältere „Guggi“ Leopold Guggenberger als Klagenfurter Bürgermeister das Landesprinzenpaar.

Die Bilder des Prinzenpaares gingen österreichweit durch die Presse. Aufgrund des Erfolges und der Kooperation mit dem Spielcasino Velden wurde das Faschingswecken und zeitweise auch die Präsentation der Faschingszeitung im Spielcasino Velden abgehalten.

Obwohl Villach wegen der Fernsehübertragung des Villacher Faschings schon die Institution des Faschings war,  belebte die Faschingszeitung unter dem damals noch in Klagenfurt wohnenden Reinhard Eberhart zusätzlich den Brauch.

Zu diesem Zeitpunkt war nämlich das Prinzenpaar vom Villacher Fasching ein strengbehütetes Geheimnis bis weit über Silvester. Erst als die Faschingszeitung 1994 das Faschingswecken in der Wiener Kärntnerstraße abhielt, wurden die Villacher dazu ermuntert, ihr Prinzenpaar bereits am 11.11., vorzustellen, wie es im Brauch von Rheinland üblich war. Damit jedoch niemand Recht hat, haben die Villacher sich nicht auf den 11.11. sondern auf den Samstag um den 11.11. geeinigt. Dazu kam es deshalb, weil der damalige Lokalchef der Kleinen Zeitung Peter Lexe via Glosse schrieb: Der Obernarr Reinhard Eberhart zelebriert am 11.11. in der Wiener Kärntnerstraße vor dem Spielcasino für Kärnten eine der sympathischsten Tourismus-Werbeaktionen für den Brauch des Faschings, und was machen die Villacher, Chefs des Faschings? Eberhart war den Ehrenamtlichen wohl ein Dorn im Auge, denn Eberhart lebte ganz gut von den Inseraten der Faschingszeitung.

Es gab Pointen am laufenden Band. Bis zu 40 Redakteurinnen und Redakteure und fast alle Fotografen nahmen an Brainstormings der Faschingszeitung teil. Journalisten aus allen Kärntner Medien machten mit.  Die Redaktionssitzungen fanden damals entweder in der Roten Lasche, im Cafe Musil oder beim Raffeiner in Reichersdorf statt. Alle damaligen beliebten Gastro-Insider-Größen gibt es nicht mehr.

Wie es auch 99 Prozent der Inserenten nicht mehr gibt. Das ist historisch. Ob Texil Janesch, Modezar Hans Jörg Kirchbaumer, Samonig am Samonig Eck, Fernsehdoktor Schreiner, Foto Horst, Die eigenständigen Getränkehersteller Pago, Stroh Rum, Gösser Schloßbräu, Sorgendorf und Schleppe Brauerei. Der Mega Baumax, Kaufhaus Warmuth, Siemens Villach, Allianz Elementar, Bundesländerversicherung, Hypobank, Z-Bank Wien, CA Creditanstalt, Länderbank, Xerox Czaputa, Quelle Kaufhaus, Terrag Asdag, Flugbörse und viele andere. Nachzulesen in der Ausgabe Faschingszeitung, Heft2 vom 11.11.2022 – 40 Jahre Faschingszeitung.

Das Layout der Faschingszeitung erschien damals im Tageszeitungsformat und war den drei wichtigsten Zeitungen Krone, Kleine und KTZ zum Verwechseln ähnlich. Riesige Faschingsweckveranstaltung gab es unter der Flagge der Faschingszeitung auch auf dem Neuen Platz vor dem Klagenfurter Rathaus, wo sogar Faschingsakteure von der Partnerstadt Wiesbaden mit der Tanzliesl auftraten.

Seit dem Jahr 1994 bezeichnet sich Reinhard Eberhart als selbsternannten Faschingsgeneralintendant gekrönt, weil nach seiner Bewerbung um das Amt des ORF-Generalintendanten Gert Bacher Eberhart „verhinderte“. „Tiger“ Gert Bacher meinte zum obersten ORF-Kurator Siegbert Metelko, man solle Eberhart wieder von der Anhörung ausladen, denn der Herausgeber Österreichs meistgelesener Faschingszeitung würde die Bühne des ORF’s zu einer Faschingsbühne machen. Eberhart sei maximal ein Faschingsgeneralintendant.

Eberhart bedankte sich bei Gert Bacher für den Ehrentitel und seit diesem Zeitpunkt nennt sich Reinhard Eberhart als „selbsternannten“ Faschingsgeneralintendant.

Das war den Villachern und Chefs des Faschings in Österreich wohl ein „Dorn im Auge“. Denn durch dem jahrlangen Engagement der Guggamusik aus dem Schweizer Tessin luden diese damals den Faschingsgeneralintendanten zum europäischen Narrentreffen nach Breganzona ein und in der Festbroschüre wurde Eberhart vor Wiener Faschings-Akteur Gwera, der in Wien den Augustinpreis verlieh und vor dem Präsidenten vom Bund Österreichischer Faschingsgilden genannt.

Auf die Frage der Österreicher, ob Eberhart einer Einladung in der Schweiz folgen werde, meinte der damalige Organisator zu den hochrangigen Faschingsfunktionären ja, denn Eberhart sei unser Freund. Daraufhin verzichteten die österreichichen Faschingsfunktionäre auf die Auslandsreise und so konnte sich Reinhard Eberhart bei dem internationalen Narrentreffen, wo sich die Präsidenten aus Frankreich, Italien, Deutschland, Luxenburg, Slowenien, Belgien und Niederlande trafen, gleich als Faschingsbotschafter von Österreich vorstellen.

Zu Hause angekommen und mit einer ganzen Seite Berichterstattung in der Kleinen Zeitung fragte Eberhart offiziell beim Bund Österreichischer Faschingsgilden nach, ob er bei dieser elitären Faschingsrunde Mitglied werden könne.

Das allerdings war lt. den Statuten vom BÖF nicht möglich. Diese Absage schrieben die damaligen Faschingsakteure umgehend auf dem schönen bunten BÖF-Briefpapier.

Eine lustige Episode ergab sich damals, weil die Faschingsfehde zwischen Villach und Klagenfurt auch auf dieser Ebene stattfand. Bürgermeister Helmut Manzenreiter lud Eberhart zur Fernsehsitzung mit den Politredakteuren. Angeführt vom Kärntner APA-Chef und Villacher Arno Wiedergut saßen an diesem Tisch auch die Politredakteurinnen Antonia Gössinger von der Kleinen Zeitung und Waldtraud Dengel von der Kronen Zeitung.

Ein Jahr später fragte Eberhart, ob er wieder eingeladen sei. Da meinte der Villacher Bürgermeister, er wisse nicht warum die Villacher auf ihn eifersüchtig wären. Er würde mich a aber gerne einladen, wenn ich ihn versprechen würde, kein auffälliges Sakko mehr anzuziehen. Ich war vermutlich zu oft im TV-Bild. Daraufhin zog Eberhart versprochenerweise ein schwarzes unauffälliges Sakko an. Allerding bleichte er damals seine langen Haare und färbte sie ketcuprot. Da war wohl klar, dass dieses Outfit erneut die Kameras anzog.

Ein Jahr später gab es dann keine Einladung mehr und Eberhart bekam mit stahlblauen Haaren vom Szenewirt Harry Schalar die Einladung an seinem Tisch Platz zu nehmen. Und siehe da, als Eberhart das Sonnenblumenfest „ackern“ mit dem Judendorfer Wirt Hias Kucher nach Warmbad Villach brachte, war Eberhart mit einem Schlag Villacher Liebling und gerngesehener Gast.

Und heute sind die Villacher Faschingsakteure, der Vorstand unter Kanzler Karl Glanznig, Landespräsident Bruno Arendt und FGI und Faschingszeitungsherausgeber Reinhard Eberhart Verbündete, Partner und erfolgreiche Mitstreiter, wenn es um das Brauchtumsfest, Fasching geht.

Seit dem Amtsantritt von Bruno Arendt als Kärntner Faschingspräsident findet alljährlich im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung mit Landeshauptmann Peter Kaiser das landesweite Faschingswecken statt, bei dem Jahr für Jahr die landesweite Faschingsgilde präsentiert wird.

Zusammenfassung:

Warum ist Reinhard Eberhart nach wie vor als Faschingsprinz in den Köpfen der Menschen? Weil Eberhart viel für den Fasching gemacht hat und als ein Motor des Faschings gilt.

Die Faschingszeitung im Wandel der Zeit. 1984 erstmals im Layout einer Tageszeitung erschienen. Und weil sich Leseverhalten verändert, erscheint die Faschingszeitung seit 2024 im Postkarten-Format.

Die Bezeichnung selbsternannter Faschingsgeneralintendant war wohl genial, denn einen selbsternannten Faschingsgeneral kann niemand abwählen. Also ernannt auf Lebenszeit.

Den Fasching belebt mit der Einführung des 11.11.1988 in Velden. Alle Faschingsgilden kamen, weil damals gab es noch kein Faschingswecken in Kärnten. Heute feiert jede Faschingsgilde das Faschingswecken in ihrer Gemeinde.

Das Vermummungsverbot hat Eberhart beeinsprucht und so wurde das Gesetz in der Begutachtung auf Brauchtumsveranstaltungen berücksichtigt.

Reinhard Eberhart hat die Entstehungsgeschichte des Faschings mit einer Auftragsarbeit in Auftrag gegeben. Bei den Historikern die Recherchen bezahlt und diesen Text allen zur Verfügung gestellt, die sich für das Brauchtum Fasching interessieren.

Hier Informationen zur Entstehungsgeschichte des Kärntner Faschings:
https://www.hallihallo.com/archives/xxxl-landesausstellung/xxxl/xxxltatexte03geschichte.html

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