Arno Wiedergut
Der unbestrittene Doyen des Kärntner Politjournalismus
Arno Wiedergut ist der unbestrittene Doyen des Kärntner Politjournalismus und prägte als langjähriger Landeschef der Austria Presse Agentur (APA) über zwei Jahrzehnte lang die dortige Medienlandschaft.
Er gilt als extrem gut vernetzter Paradejournalist, der für seine Hartnäckigkeit, aber auch für seinen ausgeprägten Humor und seine Geselligkeit bekannt ist. Neben seiner prägenden journalistischen Karriere hinterließ er vor allem im späteren Lebensabschnitt als Buchautor tiefgründige und humorvolle Einblicke in sein bewegtes Leben. [1, 2, 3]
Der Weg zum APA-Doyen
Arno Wiedergut, der aus Villach stammt, sammelte seine ersten journalistischen Sporen bereits während der Gymnasiumszeit bei der Kleinen Zeitung. Während seines Studiums der Publizistik und Geschichte in Wien zog es ihn in die Wirtschaftsredaktion der Tageszeitung Die Presse und im Anschluss in die Außenpolitik-Redaktion der APA. Von 1988 bis 2008 leitete er schließlich das Kärntner APA-Büro. In diese Ära fiel unter anderem die politische Hochphase und die gesamte Regierungszeit von Jörg Haider, die Wiedergut als kritischer, aber stets bestens informierter Chronist begleitete. Seine Erlebnisse aus dieser Zeit verarbeitete er später im Buch „Jörg Haider – Mensch. Mythos. Medienstar“. [1, 2, 3]
Späte Jahre und literarisches Schaffen
Nach seiner Zeit bei der APA im Jahr 2008 war Wiedergut als freier Journalist, Buchautor und Medienberater tätig. Zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 2024 wurde ihm vom Klagenfurter Bürgermeister die Urkunde für „Dank und Anerkennung“ der Landeshauptstadt verliehen, nachdem er schon zuvor das Goldene Ehrenzeichen des Landes Kärnten erhalten hate. Und zuletzt wurde ihm das Ehrenzeichen seiner Heimatstadt Villach verliehen. Große Beachtung fanden vor allem seine späten, anekdotenreichen Bücher: [1, 2]
- „Viel mehr geht nicht“ (2021): Seine schonungslose und teils schockierende Autobiografie über private und berufliche Abenteuer im In- und Ausland. [1]
- „Bitte nicht die letzte Ölung!“: Eine Sammlung humorvoller Geschichten rund um die Kirche, die unter anderem Jugendanekdoten von Landeshauptmann Peter Kaiser enthält. [1]
Insgesamt verfasste Arno zwölf Bücher, einige für den legendären Filmschaffenden Karl Spiehs.
Die späte Phase: Die Freundschaft zu Reinhard Eberhart
In der reiferen Schlussphase seines Schaffens und Lebens verband Arno Wiedergut eine enge, von tiefem Humor und gegenseitigem Verständnis geprägte Freundschaft mit dem bekannten Kärntner Event-Manager, Aktionisten und „Faschingsgeneralintendanten“ Reinhard Eberhart. [1, 2, 3]
Eberhart, eine der schillerndsten und streitbarsten Figuren der Kärntner Kulturszene (bekannt für Großprojekte wie das Öko-Fest „Ackern“ oder die Kärntner Faschingszeitung), teilte mit Wiedergut den scharfen, satirischen Blick auf die Politik und die Gesellschaft des Landes. In dieser Phase zog sich das Motiv des gemeinsamen Lachens über die Absurditäten des Alltags wie ein roter Faden durch ihre Verbindung. Eberharts Hang zu unkonventionellen, mutigen Projekten und Wiederguts jahrzehntelange Erfahrung als Beobachter der Macht ergänzten sich perfekt. Es war eine Freundschaft auf Augenhöhe, abseits des klassischen Polit-Rads, geprägt von Kärntner Geselligkeit und dem gemeinsamen Verständnis, dass man das Leben – trotz aller Härten – nie ohne eine Prise Ironie betrachten sollte. [1, 2, 3, 4]












