Karl Rittmann | RED-EYE imaging
Ich wurde am 18. Oktober 1960 in Klagenfurt geboren, wo ich auch aufgewachsen bin.
Interesse für (fast) alles hatte ich bereits seit frühester Kindheit. Zugleich war da stets ein kreativer Drang, da musste einfach immer wieder was aus mir raus in die Welt. Dabei hat es mich eigentlich nicht wirklich interessiert, ob das, was ich produzierte, auch für andere von Interesse sei. Wenn doch, dann hat mich das natürlich sehr gefreut – und tut es noch.
Studiert habe ich dann in Graz. Medizin. Allerdings hatte ich mich schon lange für Computer begeistern können – und da war Wohnen in einem Studentenheim eine sehr befruchtende Umgebung. Ich musste einen Computer haben. Zu Zeiten, als das für Studenten kaum erschwinglich war
Ich sehnte mit nach einem PET 2001, konnte mir den jedoch unmöglich leisten. Also programmierte ich auf einer uralten Mercedes Schreibmaschine aus der Praxis meine Großvaters. Mein erstes Programm war ein digitaler Nachbau von „Conway´s Game of Life“, Simulation des englischen Mathematikers John Horton Conway.

Dann plötzlich erschienen fast gleichzeitig der VC20, der Volkscomputer von Commodore und der Sinclair ZX. Die ersten leistbaren Heimcomputer. Als ich schließlich einen funktionierenden Computer mein Eigen nannte, einen Commodore VC20, programmierte ich das Spiel in Basic. Da dauerte das Berechnen einer neuen Generation jedoch ewig und drei Tage, daher beschloss ich, die Maschinensprache des MOS 6502 Prozessors zu lernen.
Lernen funktioniert bei mir fast immer über „Learning by Doing“, auch heute noch. Nach einer durchwachten Nacht und sehr viel vor und zurück Blättern in der 6502 Referenz hatte ich mein Programm. Fast hätte ich es nicht geschafft, denn eigentlich hatte der VC20 nur knapp halb so viel RAM, wie mein Programm ursprünglich eigentlich benötigt hätte. Kurz vorm Verzweifeln am Scheitern hatte ich die bahnbrechende Idee. Ich codierte das Programm so, dass es sich selbst umprogrammierte. Eine Schleife, die ihre Parameter berechnete und diese direkt im Code selbst setzte, somit Variablen, die RAM benötigt hätten, drastisch minimierte.
Am folgenden Tag baute ich noch das User-Interface – in Basic – und voila, nun brauchte der VC20 statt 5 Minuten pro Generation nur noch 0,3 Sekunden. Das war der Tag , an ab dem ich süchtig war – nach allem Digitalem. Maschinen, denen man sagen konnte, was sie tun sollen. Fast so wie heute, nur musste deren Sprache beherrschen.
Meine Bekannten, Freunde und meine Familie hatten keinerlei Verständnis für meine Obsession. „Das Zeug wird niemand jemals brauchen!“ war der allgemeine Tenor. Als ich als erster weit und breit in einen Netz war. wiederholte sich das. Tja…
Graphisch gearbeitet, mich mit Film und Photographie beschäftigt habe ich mich auch seit meiner Kindheit. Satt Medizin in Graz hätte ich eigentlich zu gerne Regie in München studiert. Ging nicht – lange Geschichte – erzähle ich hier aber nicht.
Es kam wie es kommen musste: Aus Gründen, die hier ebenfalls verschweige, wurde es nichts mit Medizin (es lag nicht an meiner Lernleistung). Ich verdiente aber bereits gutes Geld mit meinem digitalen Wissen. Da es mit Medizin nicht weiterging, setzte ich – und das ganz erfolgreich – auf die digitale Welt.
Reinhard Eberhart habe ich kennengelernt, als ich Nachbar einer sehr hübschen Krankenschwester war. Reinhard war deren Liebhaber und plante gerade sein erstes Ackern®. Dafür benötigte er Grafiken – die machte ich – am PC – mit Corel Draw. Reinhard gefiel was ich gebaut hatte und so entwickelte sich eine mittlerweile Jahrzehnte andauernde Zusammenarbeit, die in enge Freundschaft mündete.
An der Arbeit für und mit Reinhard mag ich, dass es stets Neues zu Erdenken und Gestalten gibt, die damit verbundenen Herausforderungen und die Freiheit in der Gestaltung, die ich seinerseits genieße.
Seit Oktober 2025 sollte ich an sich meine Pension genießen, aber die Versicherung gewährt mir gnädiger Weise, ich dürfe drei weitere Jahre arbeiten, so ich das wolle. Ich will. Es gibt noch sooo viel zu tun…

Ackern Tattoos (1998)
Die ersten graphischen Arbeiten für Reinhard:
Sonnenblume und Vogelscheuche für das erste Ackern®















